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Firma gründen als Fotograf – Österreich

Eine Firma gründen als Fotograf in Österreich. Wie geht denn das und wohin müsst ihr als erstes? Braucht ihr jetzt schon Dokumente, woher bekommt ihr die besten Kontakte und was war unsere Erfahrung mit diesem Thema? Heute soll es ums Gründen einer Firma in Österreich als Fotograf gehen.

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Ab wann muss eine Firma sein?

Eigentlich ab dann, wenn ihr Geld nehmt für eure Fotos. Es gibt einen Freibetrag beim Finanzamt der laut unserer Auskunft 700/Jahr war. Da würden wir euch jedoch bitten direkt selbst bei eurem Finanzamt anzurufen (am besten 3x, zwei unterschiedliche Antworten bekommt man da generell- Sorry). Das Finanzamt ist jedoch nicht das einzige „Problem“ – ihr müsst ausserdem einen Gewerbeschein haben. Hier kann es eigentlich fast nur dann Ärger geben, wenn euch irgendjemand anschwärzt – scheinbar werden hier kaum Kontrollem vom Amt durchgeführt. Da es jedoch immer solche Menschen gibt, die nichts zu tun haben, würden wir doch empfehlen euch anzumelden wenn ihr vorhabt das übers Hobby hinaus zu betreiben und nicht nur mal 20€ Taschengeld einsteckt.

 

Erste Überlegungen – Firma gründen als Fotograf?

Der Name euer Firma

Hier muss dann erst geprüft werden ob dieser erlaubt und noch nicht vergeben ist – das geht über eine Anfrage beim Firmenbuch die bei uns der Anwalt gemacht hat. Bei uns mussten zB. unsere Nachnamen dazu, deswegen heisst unsere Firma: Mirror Arts Photography Spiegel & Böhringer OG. Ein mega riesen Teil das leider nicht mal in jede Spalte reinpasst bei Online Shops. Wir wollten den Namen Mirror Arts unbedingt drin haben, der Rest musste dazu.

 

Rechtsform

Hier kommt es hauptsächlich darauf an ob ihr alleine oder zu zweit seid. Die persönliche Haftung würde mit einer AG oder GmbH ausgeschlossen werden – da ihr wohl nicht vorhabt eine Produktionshalle zu bauen sehen wir das als etwas übertrieben für den Anfang an. Ausserdem kostet euch die Gründung einer GmbH wesentlich mehr.

Bleibt noch eine Einzelfirma wenn ihr alleine seid oder eine GbR oder OG (oder KG auf die werden wir nicht weiter eingehen weil das wahrscheinlich niemand brauchen wird.).

Die genauen Punkte der einzelnen Rechtsformen bekommt ihr gut erklärt bei eurem Beratungsgespräch (s. weiter unten). Ihr könnt jedoch schon mal vorab Googeln. Wir hatten uns für eine OG entschieden weil wir offiziell im Firmenbuch stehen wollten – das fanden wir doch irgendwie professioneller.

 

Termine, Termine, Termine

WKO

Wisst ihr in etwa was ihr wollt, könnt ihr bei der WKO in eurem Bundesland einen Termin beim Gründerservice abmachen für ein kostenloses Beratungsgespräch. Ihr bekommt vorab einen Fragebogen und eine Infobroschüre und könnt dort dann jede Menge Fragen stellen die mit der Rechtsform und dem Gewerbe zu tun haben. Bei uns ging es hauptsächlich um die Frage GbR oder OG und darum welche Gewerbebewilligung wir brauchen. Da die Fotografie inzwischen ein freies Gewerbe ist, braucht ihr keinerlei Nachweise oder Ausbildungen. Jeder kann dieses Gewerbe anmelden.

Rechtsanwalt

Wenn ihr alleine gründet, wird kein Anwalt nötig sein. Da wir zu zweit in der Firma sind, wollten wir alles mit einem vernünftigen Vertrag geregelt haben. Diesen haben wir von einem Anwalt aufsetzen lassen. Auch das wäre jedoch mit einer Vorlage der WKO im Alleingang gegangen – wir wollten auch hier wieder 100% korrekt unterwegs sein. Dabei ging es neben den Anteilen die jeder hat auch um Dinge wie – Regelung beim Tod, Gewinnaufteilung usw. Der Anwalt hat uns ausserdem einen Notar empfohlen – für die Eintragung im Firmenbuch braucht es eine Beglaubigung. Ist alles nicht ganz billig – hier lohnt es sich auf jeden Fall 2-3 Anfragen zu machen. Wir hätten beim ersten Anwalt fast das doppelte (!) bezahlt als bei unserem jetzigen. Trotzdem würden wir es immer wieder mit einem Anwalt machen. Ihr habt jemanden dem ihr eure Fragen stellen könnt und ihr wisst das die ganzen Formulare korrekt ausgefüllt sind.

Steuerberater

Noch wichtiger als beim Anwalt ist es beim Steuerberater die Augen auf zu machen. Hier gibt es enorme Preis- und Leistungsunterschiede. Wir wollten einen Steuerberater der nicht überzogen teuer ist, trotzdem aber auch schwierigere Themen im Griff hat wenn die Firma mal grösser ist. Ausserdem war uns wichtig das wir alles elektronisch schicken können und keine Ordner bringen müssen. Hier fragt ihr am besten mal bei Bekannten nach oder bei anderen kleineren Dienstleistern. Online findet ihr meistens nur die grössten, die dann auch entsprechend kosten. Unsere Steuerberaterin hat sich auch um die komplette Anmeldung bei der Sozialversicherung und dem Finanzamt gekümmert. Wenn jemand hier fit ist, ginge das sicher allein – allen anderen würden wir auf keinen Fall raten hier auf gut Glück zu probieren das selbst zu machen. Das Finanzamt ist (bei uns zumindest) ziemlich grauenhaft wenn es um Hilfestellung geht und hat kein Problem damit euch zu viel zu verrechnen wenn ihr etwas vergesst auszufüllen etc.

 

Wenn ihr das alles durchlaufen habt, sollte der Gründung dann wirklich nichts mehr im Wege stehen. Je mehr Menschen ihr kennt die euch helfen können, desto einfacher und günstiger wird das Ganze natürlich. Auf jeden Fall solltet ihr ein wenig Geduld und etwas Kleingeld einplanen wenn ihr gründen wollt!

Wir freuen uns über eure Erfahrungen und Fragen! Was interessiert euch noch zu diesem Thema?

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