Schüchternheit überwinden – 5 Tipps

Es wird wieder mal Zeit für einen Beitrag mit einem Thema das uns ganz besonders am Herzen liegt – Schüchternheit überwinden. Hin und wieder schreiben wir einfach gern auch über Themen die nicht ausschliesslich mit der Fotografie zu tun haben. So soll es heute zum Beispiel um Schüchternheit gehen und wie ihr diese überwinden könnt. Ich (Sylvia) werden den Beitrag heute aus meiner Sicht schreiben, weil ich extrem mit dem Thema zu kämpfen hatte (und habe). Zusätzlich zeigen wir euch noch die Fotos von einem tollen Shoot mit Emily. Fotografie setzt sich nämlich doch sehr stark mit dem Thema auseinander.

Gene, Erziehung & Persönlichkeit

Viele Eigentschaften bekommen wir quasi in die Wiege gelegt. Es ist nachgewiesen das es in unseren Genen liegt ob wir eher ängstlich sind oder nicht. Schüchternheit kann also schon eine genetische Grundlage haben was bei mir definitv der Fall war. Wenn ihr auch schon ganz früh als Kind eher zurückhaltend wart, muss das nicht unbedingt einen Grund haben sondern ist einfach euer Charakter. Zusätzlich spielt natürlich euer Umfeld eine Grosse Rolle. Eltern die eher behütend sind und ihre Kinder beschützen statt sie zu bestärken, fördern die Schüchternheit zusätzlich. Ich hatte immer eine innere Barriere und Hemmung Fremden gegenüber. Trotzdem konnte ich zum Glück Freundschaften knüpfen die teilweise heute noch bestehen. Wer schüchtern ist, muss noch lange keine Aussenseiter oder Mobbingopfer sein. Trotzdem hat mich meine Schüchternheit oft extrem gestört und ich war „gefangen“ in mir selbst. Ich konnte einfach nichts sagen in einer Runde, habe telefonieren lange gehasst und haben war tagelang nervös vor dem Kennenlernen neuer Menschen.

Tipp 1 – Menschen verstehen lernen

Das Hörbuch – Wie man Freunde gewinnt – war für mich wie eine Erleuchtung! Weil ich mich den Menschen so wenig geöffnet habe und von denen, die mich kannten wenig Feedback bekam, hatte ich schlicht einfach keine Ahnung wie Menschen ticken. Beispielsweise habe ich nie Dinge gefragt die irgendwie persönlich waren – ich hatte immer das Gefühl das geht mich nichts an. Kennt ihr das Gefühl wenn ihr fieberhaft nachdenkt was ihr jetzt sagen sollt weil die Stille unerträglich wird? Der Andere fragt euch Dinge, ihr antwortet und traut euch nichts zurück zu fragen weil ihr immer denkt das wäre zu privat usw. Das Hörbuch hat mir wirklich die Augen geöffnet in vielen Dingen und mich erstmal zum verstehen gebracht was meine Mitmenschen denn so erwarten.

 

Tipp 2 – S* drauf was andere denken

Wir können nur natürlich und selbstbewusst wirken wenn ein Gespräch einfach entsteht ohne das wir alles überdenken. Sobald wir fieberhaft nachdenken übernimmt das Bewusstsein die Kontrolle und wir wirken fremd und falsch auf andere. Ich musste erst lernen das es dein Gegenüber grösstenteils über sich selbst nachdenkt. Je mehr ihr euch bemüht irgendwie zu wirken desto schlimmer wird es. Einfach drauf los quasseln funktioniert am besten. Dazu trinke ich auch gerne mal ein Gläschen Wein wenns hilft (das ist jetzt kein offizieller Tipp).

 

Tipp 3 – Durch die Angst gehen, immer wieder und wieder und wieder

Ja leider tatsächlich der ONE and ONLY Tipp wenn ihr so wollt. Das einzige was wirklich nachhaltig und tief wirkt ist, immer wieder durch die Angst zu gehen. Neue Menschen ansprechen, Gespräche führen, Bewerbungsgespräche führen usw. Je öfter ihr das macht, desto leichter wird es. Sucht euch ein Hobby oder einen Job der euch zwingt durch vermeintlich unangenehme Situationen zu gehen. Vor vier Jahren war ich vor jedem Shoot nervös, heute bin ich es nicht mehr. Ich hab mit 19 als Partyfotografin gearbeitet und als Promo-Girl – ich hab diese Jobs nicht geliebt, sie haben mich aber dazu gezwungen die Schüchternheit zu überwinden und es hat geholfen.

 

Tipp 4 – Sucht euch jemanden der ehrliches Feedback gibt

Am besten jemanden im engen Umfeld der absolut nicht schüchtern ist und kein Verständnis hat. Simon hat hier viel bewegt bei mir. Er hat mir offen ins Gesicht gesagt wenn ich unfreundlich oder arrogant gewirkt habe – obwohl ich einfach zu viel Schiss hatte mit Menschen zu reden. Das trifft einen im ersten Moment hart, hilft jedoch wirklich etwas ändern zu wollen. Oft merkt ihr selbst nicht, wenn ihr euch wieder verkrochen habt innerlich. Ich habe viel gelernt beim beobachten wie er mit Menschen spricht. Er fragt wildfremde Leute nach privaten Dingen wie die letzte Reise oder ihre Kinder und sie antworten in der Regel bereitwillig un offen. Auch hilft es euch ein lächeln anzugewöhnen. Ich schaue oft böse wenn ich konzentriert bin – gerade bei Shoots oder Hochzeiten versuche ich daher gerade zu stehen und ein Lächeln aufzusetzen (da das finde ich immer noch anstrengend).

 

Tipp 5 – Akzeptiere dich selbst

Zum Schluss – akzeptiere dich wie du bist! Ich werde nie jemanden Fremden freudig um den Hals fallen oder euphorisch Luftsprünge machen. Meine Freude drückt sich stiller aus und ich höre immer noch gerne einfach nur aufmerksam zu. Ich bin gerne allein stehe dazu. Lernt euch so anzunehmen wie ihr seid! Introvertiert zu sein ist nichts negatives. Oft sind gerade diese Menschen ruhig, fokussiert und beständig in wichtigen Momenten. Ihr könnt eure Schüchternheit verlieren und trotzdem euer eigenes Ich weiterleben. Ich dachte lange, ich müsste jemand anders sein. Das ist nicht so. Ihr müsst euch nur weiterentwickeln.

Gefallen euch solche Beiträge? Lasst uns wissen wie eure Story ist und in welchen Situationen ihr mit Schüchternheit kämpft. 

 

 

next one

Thailand Fotografen Packliste